STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

SELMA ZIMMERMANN

272 | Salzstraße 7, 79098 Freiburg | (A)

 

SELMA ZIMMERMANN kam am 13. März 1888 als Selma LIEBERS zur Welt. Sie war die Tochter von Rosa und MAXIMILIAN LIEBERS, denen das Musikhaus Liebers in der Salzstraße 11 (heute Salzstraße 7) gehörte. Ihre jüngere Schwester hieß IRMA LIEBERS. Die Familie lebte über den Geschäftsräumen in einer großzügigen Wohnung in der Salzstraße. Ihr Großvater Max Liebers hatte das Musikhaus bereits 1854 gegründet. Damals war es jüdischen Bürgern nicht gestattet, innerhalb der Stadt Freiburg zu leben. Dort arbeitende Juden hatten die Stadt zur Nacht verlassen müssen. Dieser Zustand hatte fast 300 Jahre lang angedauert, bis die Gesetze 1862 liberalisiert wurden und endlich in Freiburg die „Freizügigkeit“ galt. Nun durften auch Menschen, die die jüdische Religion hatten, in Freiburg wohnen und leben.

 

SELMA ZIMMERMANN war verheiratet, Genaueres ist uns noch nicht bekannt. Nach ihrem Vater, MAXIMILIAN LIEBERS,  war sie die letzte Inhaberin des musikalischen Familienbetriebes. Am 1. Juni 1938 wurde sie -wegen ihrer Religionszugehörigkeit zum Judentum- durch die Nationalsozialisten  gezwungen, das Geschäft an Karl Schropp zu „verkaufen“. Das wurde „Arisierung“ genannt.

 

Am 22. Oktober 1940 wurde SELMA ZIMMERMANN zusammen mit ihrer Schwester IRMA LIEBERS, und annähernd 350 anderen FreiburgerInnen verhaftet und in das Lager-KZ Gurs deportiert. Sie musste dort fast zwei Jahre unter den schlimmsten Lagerbedingungen leben. SELMA ZIMMERMANN wurde weiter deportiert in das KZ-Durchgangslager Drancy bei Paris. Mit dem Konvoi Nr. 18 brachte man sie von dort aus am 12. August 1942 in das KZ Auschwitz. Von den 1.000 Menschen, die mit diesem Konvoi deportiert wurden, erlebten nur zehn das Ende  die Befreiung vom Nazi-Terror 1945. SELMA ZIMMERMANN war nicht darunter. Sie wurde in Auschwitz im Alter von 54 Jahren ermordet. Offiziell gilt sie als verschollen.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für SELMA ZIMMERMANN im Oktober 2005.

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