STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

OSCAR ULLMANN

265 | Erwinstraße 41a, 79102 Freiburg (A)

 

OSCAR (auch Oskar) ULLMANN wurde am 28. Februar 1879 in Rust geboren. Er war Kaufmann und besaß eine Lederhandlung in Freiburg, deren Adresse in verschiedenen Quellen mit Günterstalstraße 4, Günterstalstraße 6 oder auch Günterstalstraße 51 angegeben wird. Er war verheiratet mit ELSA ULLMANN, geborene HEILBRUNNER. Gemeinsam hatten sie die Tochter Irene (*14. Februar 1911). Gemeldet war die Familie in Freiburg von 1933 bis 193 7 im ersten Stock der Erwinstraße 41a, ab 1938 in der Erwinstraße 87, ebenfalls im ersten Stock. Am 10. November 1938 wurde OSCAR ULLMANN verhaftet und kurz darauf in das KZ Dachau deportiert. Dort bekam er die Gefangenennummer 22165. Die Festgenommenen mussten sich in der Regel verpflichten, ihre Vermögen abzugeben und ihre Unternehmen an „sog.Arier“  (Menschen mit nichtjüdischer Religion) zu verkaufen, um aus Dachau freizukommen. Am 15. Dezember 1938 „verkaufte“ OSCAR ULLMANN sein Geschäft an Wilhelm Jäger.

 

Am 22. Oktober 1940, fast zwei Jahre später, wurde OSCAR ULLMANN erneut verhaftet, dieses Mal gemeinsam mit seiner Frau ELSA ULLMANN, und in das Lager Gurs deportiert. Am 12. August 1942, wieder fast zwei Jahre später, wurde er mit dem Konvoi Nr. 18 vom KZ Drancy aus weiterdeportiert in das KZ Auschwitz und dort im Alter von 63 Jahren ermordet. Offiziell wurde er nach dem Krieg für tot erklärt. Andrea Brucher-Lembach schreibt in ihrem Buch über die Gurs-Deportation: »Von den deportierten Freiburger Juden waren 44 Prozent über 60 Jahre und nahezu 30 Prozent über 50 Jahre alt. Am kleinsten ist die Gruppe der Kinder unter 6 Jahren und die Altersstufe der 20- bis 30jährigen mit nur 2,2 Prozent.« (Quelle 6, S. 100f.).

 

 

Stolpersteinverlegung für OSCAR ULLMANN im September 2006.

 

Quellen:   1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 35

 

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