STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

HANS WINTERHALTER

271 | Fürstenbergstraße 7, 79102 Freiburg (E)

 

Am 16. Juli 1907 wurde HANS WINTERHALTER in Hinterzarten geboren. Er war römisch-katholisch wie sein Vater Adolf Winterhalter, der auch aus Hinterzarten stammte. Dieser arbeitete bei der Bahn und starb Anfang der 50er Jahre. Seine Mutter Emilie Luise Valeska Böhden (auch Böden) kam aus Saarbrücken, war evangelisch und zog nach der Scheidung wieder nach Saarbrücken. Sie starb dort. HANS WINTERHALTER hatte den älteren Bruder Max Winterhalter, geboren am 22. September 1899 in Hinterzarten, gestorben am 12. August 1957 in Saarbrücken. Die beiden Brüder besuchten die Grundschule in Hinterzarten.

 

Von 1936-1938 lebte HANS WINTERHALTER in Frankfurt am Main. Er arbeitete als Kellner und Masseur.  Dort  wurde er wegen sog. „Sittlichkeitsverbrechen“ zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Am 10. August 1937 wurde er in das Lager Walchum verlegt. Nach seiner Entlassung lebte er in Freiburg in der Fürstenbergstraße 7 und arbeitete als Heilgehilfe. Im Jahre 1939 stand HANS WINTERHALTER erneut  „wegen Unzucht zwischen Männern“ vor Gericht, dieses Mal in Freiburg. Er wurde am 30. November 1939 vom Landgericht Freiburg zu einer Strafe von zwei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Leider ist die Gerichtsakte zu diesem Prozess vernichtet worden, sowie etwa 100 weitere Prozessakten in Freiburg über homosexuelle „Verbrechen“ in der Nazi-Zeit.

 

Vom Gefängnis Freiburg aus kam HANS WINTERHALTER zuerst in das Zuchthaus Bruchsal und am 31. Januar 1940 in das KZ Börgermoor. Am 18. Februar 1941 kam er mit einem Transport ins Hauptlazarett nach Papenburg und am 21. März 1941 zurück in das KZ Börgermoor. In das Strafgefangenenlager Delmenhorst wurde er am 27. März 1941 gebracht, in das Konzentrationslager Flossenbürg am 10. November 1941. Dort wurde er in der Haftkategorie „§ VH“ (= § 175 Vorbeugungshäftling) geführt. Am 24. Oktober 1942 deportierte man HANS WINTERHALTER in das KZ Sachsenhausen. Dort ist er am  2. Dezember 1942 um 20.15 Uhr „gestorben“. Er wurde 35 Jahre alt. Die Todesurkunde gibt, wie bei allen Todesfällen in den Konzentrationslagern, natürliche Ursachen an. Es ist aber bekannt, dass die meisten Homosexuellen, die in Sachsenhausen den Tod fanden, ermordet wurden. Die NS-Personenbeschreibung von HANS WINTERHALTER existiert noch: 1,70 m groß, Gestalt mittel, braune Augen und braunes Haar, Gesicht und Kinn oval, Nase, Mund und Ohren gewöhnlich, Stirn hoch, Zähne gut, eine Narbe an der rechten Wange.

 

 

Stolpersteinverlegung für HANS WINTERHALTER im Oktober 2005.

 

Quellen:   20, 73, 74, 75

 

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