STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

 

SELMA JUDAS

132 | Salzstraße 20, 79098 Freiburg | (A)

SELMA JUDAS wurde am 28. Juli 1890 in Weingarten/Baden als SELMA  STENGEL geboren. Sie heiratete den Pferde- und Viehhändler ISAAK JUDAS aus Ihringen. Das Paar hatte zwei Töchter, Gisela Margareta Judas (*12.April 1921) genannt Gretel (auch Grethel) und Ingeborg Judas (*8.August 1925) genannt Inge. Die Familie lebte in der Salzstraße 20, im zweiten Stock, in Freiburg. In diesem Haus befand sich auch das Geschäft. SELMA JUDAS arbeitete als Hausfrau.

 

Am 22. Oktober 1940 wurde SELMA JUDAS gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter BERTHA JUDAS verhaftet und in das Internierungslager KZ Gurs deportiert.

 

Durch die erlebten Schikanen und Demütigungen der Nationalsozialisten in Freiburg muss das Ehepaar JUDAS schon lange vorher geahnt haben, was ihnen dann die Nazis antun würden. Denn das Paar tat alles, um ihre beiden Töchter zu retten. Es gelang ihnen, Grete! und Inge Judas in den dreißiger Jahren mit Kindertransporten in die USA zu schicken.

 

ISAAK und SELMA JUDAS wurden von ihrem Neffen ERICH JOSEPH FORST zunächst aus dem Nebenlager Rivesaltes befreit. Wie Kurt Judas, der als kleiner Junge dabei war berichtet, lebten die neun Personen -mit Hilfe der Resistance- gut sieben Monate versteckt auf einem Bauernhof in Frankreich. Dann jedoch wurden sie entdeckt oder verraten, verhaftet und wieder in das Nebenlager von Gurs, Rivesaltes, gebracht.

 

Am 24. August 1942 wurde SELMA JUDAS  in das KZ Drancy deportiert. Von dort aus wurde sie  am 26. August 1942 mit dem Konvoi Nr. 24 in Güterwagen weiter in das KZ Auschwitz gebracht. SELMA JUDAS wurde in den Gaskammern von Auschwitz -Birkenau im Alter von 52 Jahren ermordet.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für SELMA JUDAS im Juli 2003.

 

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