STOLPERSTEINE IN FREIBURG

ROSA BACH

ROSA BACH wurde in Kattowitz (Kattowice/Polen) am 25. April 1870 als ROSA PERL geboren. Sie war sehr zionistisch eingestellt und hatte großes Interesse an Palästina, das weiß ihr Neffe Dr. Yaacov Bach aus Tel Aviv über sie zu berichten. "Sie war ungewöhnlich begabt, besonders auch im Künstlerischen." Rosa Bach war die Frau des ältesten Bruders von Dr. Yaacov Bachs Vater, Emanuel (auch Immanuel) Bach. Er leitete die größte Spedition in Breslau.

ROSA und Emanuel BACH hatten vier Kinder. Oswald, der älteste Sohn, war ebenfalls Zionist und meldete sich freiwillig, um im Ersten Weltkrieg "gegen die Russen zu kämpfen, die für die Pogrome gegen Juden in Russland verantwortlich waren, er fiel in einer der ersten großen Schlachten des Ersten Weltkriegs bei Tannenberg 1914". Der jüngste Sohn Helmut starb jung in Südafrika. "Die Tochter Marianne war eine hochbegabte Miniaturenmalerin. Sie war verheiratet mit einem Christen. Dieser ließ sich während der Nazi-Zeit von Marianne scheiden und lieferte sie so dem Terror aus." Marianne wurde in Auschwitz ermordet.

Die Tochter Eleonore (auch Elinor) Freund (*14. August 1897) wurde zusammen mit ihrem Mann Prof. Dr. Walter Freund und ihrer Mutter ROSA BACH am 22. Oktober 1940 verhaftet und in das Camp Gurs deportiert. 1936 waren die Freunds und ROSA BACH in der Hoffnung nach Freiburg geflohen, dort sicherer vor Pogromen zu sein. Diese Hoffnung trog sie. Eleonore Freund wurde "wahnsinnig, sie hielt das Schreckliche einfach nicht aus", so Dr. Bach, und weiter:

Sie waren ganz assimilierte Juden, Eleonore war eine sehr schöne Frau, Schauspielerin und auch Krankenschwester gewesen. Für Prof. Dr. Walter Freund war sie die zweite Frau. Er war der Chef des ersten Säuglingskrankenhauses in Breslau. Er starb in Freiburg 1952. Sie hatten zwei Kinder, Gabriele und Andreas. Eleonore Freund kam in Frankreich in die ‚Irrenanstalt‘  St. Maurice. Sie starb geistig umnachtet im Landeskrankenhaus Emmendingen, wo sie seit 1953 leben musste.

ROSA BACH musste vom Tag der Ankunft im Camp de Gurs bis zum 19. Januar 1942 dort bleiben. Dann wurde sie in das nicht minder schreckliche Nebenlager Noé gebracht und von dort am 17. August 1943 entlassen. Vermutlich hing ihre Entlassung mit der psychischen Krankheit ihrer Tochter zusammen. ROSA BACH starb 1952 in Paris.

  • Stolpersteinverlegung für ROSA BACH im Januar 2005.

Quellen:   3, 8, 14

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