STOLPERSTEINE IN FREIBURG

MELANIE BLOCH

MELANIE BLOCH wurde am 2. Oktober 1866 als MELANIE GUGGENHEIM in Tiengen geboren. Sie heiratete SIMON  BLOCH aus Eichstetten, mit dem sie zwei Kinder hatte: Emilie (*26.Dezember 1894) und Gertrud. Die Familie lebte in Freiburg in der Belfortstraße 26 im zweiten Stock. Im Hinterhaus des Gebäudes betrieb SIMON  BLOCH einen Eisenwarenhandel und eine Liegenschaftsagentur.

Die Recherche über das Schicksal der Blochs geht auf die Anfrage eines Freiburgers zurück. Er bat darum, herauszufinden, was aus dem Ehepaar Bloch, das er als Kind kannte, geworden ist. Er erinnerte sich daran, dass er - Jahrgang 1933 - mit seinen Eltern das Ehepaar zum Zug brachte, als es deportiert werden sollte. Beide hätten nicht gewusst, wohin man sie bringen würde und hätten "die ganze Zeit" sehr geweint. Sie seien dann in Eisenbahn-Waggons gestiegen, in denen die einzelnen Abteile nicht miteinander verbunden waren. Dieser Abschied muss am 22.Oktober 1940 stattgefunden haben, denn MELANIE und  SIMON  BLOCH wurden an diesem Tag nach Gurs deportiert. Bis zum 25.November 1941 blieben sie als Gefangene in diesem Lager. Dann verhalf man ihnen zur Flucht nach Dun-sur-Meuse. Dort wurden sie  bis zum Kriegsende versteckt. Bis 1947 konnte das Paar in diesem Ort bleiben. Dann starb SIMON BLOCH im Alter von 83 Jahren, und seine Frau MELANIE BLOCH kehrte allein nach Deutschland zurück. Sie lebte von 1947 bis zu ihrem Tode am 9.August 1953 in einem jüdischen Altersheim in Frankfurt. MELANIE BLOCH  wurde 87 Jahre alt. Der Mann, der die beiden als kleiner Junge das letzte Mal gesehen hat, sagt heute: "Wenn wir gewußt hätten, was den Blochs passiert, wir hätten sie bestimmt versteckt."

  • Stolpersteinverlegung für MELANIE BLOCH im Oktober 2005

Quellen: 1, 3, 6, 7, 8, 14

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