STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

MAX MAYER

189 | Bertoldstraße 31, 79098 Freiburg (A)

190 | Friedrichstraße 52,  79098 Freiburg

MAX MAYER wurde am 26. April 1888 als Sohn des Metzgermeisters ISRAEL MAYER und dessen Frau BERTHA MAYER geboren. Sein Geburtsort ist vermutlich Freiburg. Mit seiner Frau, der Verkäuferin BERTA MAYER hatte er zwei Kinder: Ernst (*12. Juli 1922) und Marie-Luise (auch Marlies, *6. Februar 1926). Die Familie wohnte in der Bertoldstraße 31, wo der gelernte Metzger auch seine Metzgerei - seit 1865 im Familienbesitz - betrieb. Andrea Brucher-Lembach schreibt in ihrem Buch ... wie Hunde auf ein Stück Brot (Quelle 6, S. 33ff.): Durch »seine exponierte Lage« war sein Geschäft »dem Neid der Konkurrenz besonders ausgesetzt und daher auch Zielscheibe für antisemitische Propaganda«. Normalerweise wurden in der Woche sechs bis acht Kälber, acht bis zehn Stück Großvieh und drei bis vier Hammel geschlachtet. Der Umsatz ging seit dem Boykott jüdischer Geschäfte zurück. Für MAX MAYER wurde die finanzielle Situation immer schwieriger, Angestellte mußten bezahlt werden, die Familie war groß. Die Metzgerei mußte er am 1. Juli 1938 zwangsweise verkaufen an Hermann Begelsbacher. Im selben Jahr muß die Familie in die Deutschordensstraße 5 umgezogen sein.

 

MAX MAYER wurde am 22. Oktober 1940 von der Friedrichstraße 26 (heute 52) aus, wo er zuletzt in Freiburg gemeldet war, zusammen mit seiner Frau BERTA und seinem Vater ISRAEL MAYER verhaftet und in das Lager Gurs deportiert. Von dort wurde MAX MAYER über das KZ Drancy am 13. Au¬gust 1942 mit dem Konvoi Nr. 20 in das Konzentrationslager Auschwitz weiterdeportiert. In Auschwitz wurde er - vermutlich gleich nach seiner Ankunft - im Alter von 54 Jahren ermordet. Seine Frau BERTA mußte das gleiche Schicksal erleiden. Sein Vater ISRAEL MAYER starb 81 jährig in Rivesaltes, einem Nebenlager von Gurs. Seine Tochter Marlies und sein Sohn Ernst konnten den Holocaust überleben.

 

Eine Cousine der Kinder Marlies und Ernst aus Israel besuchte zusammen mit ihrem Enkel und ihrer Enkelin 2013 den STOLPERSTEIN für MAX MAYER in der Bertoldstraße. Der Enkel sprach dort das Kaddish (Totengebet) für ihn und seine ermordeten Verwandten.

 

 

Stolpersteinverlegung für MAX MAYER im Januar 2005.

 

Quellen: 1, 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10

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