STOLPERSTEINE IN FREIBURG

MARION ABRAHAM

MARION (Friedegard) ABRAHAM kam am 15. Januar 1925 als Tochter von ERNA ABRAHAM und Gustav Abraham in Freiburg zur Welt. Die Familie lebte in der Sedanstraße 8 (heute Sedanstraße 6) im ersten Stock. 1933/1934 floh MARION ABRAHAM mit ihren Eltern, Großeltern und weiteren Familienangehörigen nach Frankreich. Dort lebten und arbeiteten sie in dem alten, ziemlich verfallenen Gutshof Ste. Radegonde in Chênelutte-les-Tuffeaux im Loire-Tal. MARION ABRAHAM musste, wie alle BewohnerInnen von Ste. Radegonde, mithelfen das Überleben der Familie durch Feldarbeit und Viehzucht zu sichern.

Ihre Tante Selma Rothschild aus der Schweiz hatte auch Geld für den Kauf des Hauses und den Umzug dorthin gegeben. Auch der Straßburger Widerstandskämpfer Dr. Josef Weill hatte die Familie finanziell unterstützt, wie er in persönlichen Gesprächen berichtete. Für das tägliche Leben war aber kaum noch Geld übrig. Sie alle arbeiteten hart, um sich weitgehend selbst zu versorgen, sie hielten beispielsweise Hühner und Enten.

Als in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1942 die deutsche Gestapo mit Hilfe der französischen Polizei in das Haus eindrang, wurde MARION ABRAHAM - gemeinsam mit fast allen anderen Hausbewohnern- verhaftet und verschleppt. Nur ihre Mutter ERNA ABRAHAM und die Großeltern LINA und ALBERT ABRAHAM blieben vorerst zurück. Von Angers wurde MARION ABRAHAM mit dem Transport Nr. 8 am 20. Juli 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. Insgesamt 824 Personen kamen mit diesem Transport in das KZ, nur 19 von ihnen haben den Nazi-Terror überlebt. MARION ABRAHAM  war nicht darunter, ebensowenig wie die anderen verschleppten Bewohnerinnen und Bewohner von Ste. Radegonde. Im Alter von 17 Jahren  wurde MARION ABRAHAM im KZ Auschwitz-Birkenau in den Gaskammern ermordet. Ihr Vater Gustav Abraham. der sich z.Zt. der Verhaftungen nicht in dem alten Gutshaus aufhielt, konnte den brutalen Nazi-Terror. überleben.

  • STOLPERSTEIN-Verlegung für MARION ABRAHAM im Oktober 2005.

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