STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

LOTTE MEYER

199 | Goethestraße 73, 79100 Freiburg (A)

LOTTE (auch Lina Berta) MEYER wurde am 17.10.1876 in Chur (Schweiz) geboren. Die Volksliedforscherin und -sammlerin entstammte einer jüdischen Professorenfamilie, die in Berlin und Braunschweig lebte. Sie ist Tochter von JOHANNA MEYER und Prof. Dr. Richard Meyer. Sie hatte einen Bruder, Erich Meyer. LOTTE MEYER zog im September 1915 nach Braunschweig, am 1. Juni 1929 meldete sie sich in Harzburg an. Seit 1938 hielt sie sich in Freiburg in der Dreikönigstraße 6 auf und lebte seit 1938 in der „Pension Klute“, die zunächst unter der Adresse Goethestraße 71, ab 1940 in der Goethestraße 73 gemeldet war.

 

Ihr Leben lang sammelte LOTTE MEYER Volkslieder. Zuletzt besaß sie eine Sammlung von 61 deutschen und fremdsprachigen gedruckten Volksliedsammlungen und eine handschriftliche Sammlung aus der Schweiz in Schweizer Mundart. Ihre Sammlung wurde im Dezember 1939 von der Geheimen Staatspolizei (GESTAPO) Freiburg beschlagnahmt und an das Deutsche Volksliedarchiv Freiburg weitergegeben. Die Bücher wurden am 19. Dezember 1939 ins Zugangsbuch einer Freiburger Bibliothek eingetragen. Versuche, in die Schweiz auszuwandern, gelangen der Familie nicht mehr. LOTTE MEYER und ihre Mutter JOHANNA MEYER wurden am 22. August 1942 mit Transport XIII/1 in das KZ Theresienstadt deportiert. Dieser Transport erreichte den zu Theresienstadt gehörenden Bahnhof Bauschowitz am 23. August 1942. LOTTE MEYER konnte  unter den katastrophalen Bedingungen dieses grausamen Lagers nur gut 6 Monate aushalten. Sie starb 67 Jahre alt am 3. März 1943.

 

 

Stolpersteinverlegung für LOTTE MEYER im April 2003.

 

Quellen:   1, 2, 7, 8, 10, 12, 22, 29, 44, 48

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