STOLPERSTEINE IN FREIBURG

LOTTE BERNSTEIN

LOTTE BERNSTEIN wurde am 3. Januar 1889 in Kolberg/Pommern  geboren. Sie hatte die deutsche Staatsangehörigkeit. Bereits 1911 war sie in Freiburg gemeldet, und zwar in der Kunigundenstraße 3, später in der Ludwigstraße und in der Belfortstraße 16 bis 1917. Ab 1911 arbeitete sie, zusammen mit IDA COHN, in der Goethestraße 3. Hier haben die beiden Lehrerinnen gemeinsam - bis 1935 - ein Israelitisches Töchterpensionat mit staatlich anerkannter Töchterschule gegründet und geleitet, das international einen besonders guten Ruf hatte.

1933 musste LOTTE BERNSTEIN ihren Beruf als Lehrerin aufgeben, wohl durch das NS-Gesetz "Zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" (in Wahrheit: Entlassung aller Lehrkräfte, Professoren und anderer in städtischen und staatlichen Diensten stehenden Beamten mit jüdischer Religion). Ab 1934 führte sie dann das Haus in der Goethestraße 3 als Pension weiter.

LOTTE BERNSTEIN zog daraufhin 1935 kurz nach Hamburg, um schon acht Wochen später nach Freiburg zurückzukehren. Sie wohnte für zehn Tage in der Gartenstraße 6. Von Juni 1935 bis Oktober 1937 war sie in Freiburg in drei verschiedenen Wohnungen gemeldet. 1936 musste das Haus an "arische Käufer" verkauft werden. 1937 wurde ihr in Freiburg die Ausübung ihres Berufs als Lehrerin strikt verboten. Am 13.Oktober 1937 meldeten sich LOTTE BERNSTEIN und IDA COHN aus Freiburg ab. Sie zogen nach Wiesbaden in die Wielandstraße 23. LOTTE BERNSTEIN hat dann aber wieder in den Jüdischen Schulen in Wiesbaden und Mainz unterrichten können.

LOTTE BERNSTEIN  wurde am 10.Juni 1942 "nach dem Osten" deportiert. Sie wurde wohl nach Lublin gebracht, von dort aus höchstwahrscheinlich in das KZ Sobibor deportiert und dort, 53 Jahre alt, ermordet. Sie gilt offiziell als verschollen, weil ihr Todesort und der Zeitpunkt ihres Todes nicht wirklich belegt sind.

  • Stolpersteinverlegung für LOTTE BERNSTEIN im November 2004

Quellen:   1, 7, 8

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