STOLPERSTEINE IN FREIBURG

LINA FLEISCHMANN

LINA (Karolina Bertha) FLEISCHMANN geb. SCHOHL, kam am 25.Dezember 1881 in Pirmasens zur Welt. Sie war später verheiratet mit PROF. DR. SIGMUND FLEISCHMANN, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hatte.

LINA FLEISCHMANN wurde in der Nazi-Zeit in Freiburg verhaftet und am 22.August 1942 über Stuttgart, zusammen mit fünf anderen Freiburgerinnen aus dem "Juden-Haus"  Ludwigstraße 32, mit dem Transport XIII/1-997 in das KZ Theresienstadt deportiert.

Dort begegnete ihr wieder Else Pripis, die von Köln aus in das KZ Theresienstadt deportiert worden war. Diese junge Frau hatte LINA FLEISCHMANN schon während des Nazi-Terrors in Emmendingen kennengelernt. Dort hatte sie in LINA FLEISCHMANNs Auftrag die Aussteuer für die Tochter Fleischmann, die sich vor den Nazis retten konnte, genäht. Else Pripis geb. Geismar, die vor ihrer Lehre als Näherin, Schülerin der jüdischen Zwangsschule in Freiburg war, und heute in Jerusalem lebt, schildert LINA FLEISCHMANN als sehr sympathische und warmherzige Frau.

Sie sei aber bereits sehr krank gewesen, als sie am 16.Mai 1944 vom KZ Theresienstadt aus mit dem Transport Ea 1936 (ein sog. "Altentransport") in das KZ Auschwitz deportiert wurde. Else Pripis bezweifelt daher, dass die ältere Frau überhaupt die Deportation lebend überstehen konnte. Offiziell ist der Zeitpunkt ihres Todes auf den 31.Dezember 1944 datiert. Da wäre sie 63 Jahre alt gewesen.

Wahrscheinlicher ist aber, dass LINA FLEISCHMANN schon während der Deportation unterwegs starb und ihre Leiche dann unmittelbar nach der Ankunft in Auschwitz-Birkenau  in den Krematoriumsöfen verbrannt worden ist. Oder sie ist unmittelbar nach ihrer Ankunft  im KZ in den Gaskammern ermordet worden.

  • STOLPERSTEIN-Verlegung für LINA FLEISCHMANN im November 2004

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