STOLPERSTEINE IN FREIBURG

LINA ABRAHAM

LINA ABRAHAM kam am 18. Juni 1869 in Rust als LINA JOHL zur Welt. Gemeinsam mit ihrem Mann ALBERT ABRAHAM lebte sie bis Ende der 1920er Jahre in ihrem Heimatort, wo sie einen Kolonial- und Gemischtwarenladen führte. Das Paar hatte drei Töchter und drei Söhne: Gustav (*1893), Selma, verheiratete Rothschild (*1895), FANNY, verheiratete GRUMBACHER (*15. März 1896 in Rust), Karl (*1897), Rudolf (*1902) und Martha, verheiratete Meier (*1904). Ende der 20er Jahre zogen die ABRAHAMs wegen der zunehmenden antisemitischen Hetze auf dem Lande in die Eisenbahnstraße 66 in Freiburg. Ihr Geschäft verlor Lina Abraham durch den Umzug, in Freiburg war sie Hausfrau.

1933/1934 floh das Paar gemeinsam mit Kindern und Enkeln nach Frankreich. Auf dem Gut Ste. Radegonde in Chênehutte-les-Tuffeaux fand die Familie, zeitweilig bis zu 19 Personen, vorübergehend eine Zuflucht. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 1942 drang jedoch die Gestapo mit Hilfe der französischen Polizei in das Haus ein und verschleppte alle Bewohner mit Ausnahme von LINA und ALBERT ABRAHAM und ihrer kranken Schwiegertochter ERNY. Das Paar wurde am nächsten Tag ins Sammellager in Angers gebracht. Am 17. Oktober 1942 deportierte man sie von dort ins KZ Drancy. Am 6. November des gleichen Jahres wurde LINA ABRAHAM zusammen mit ihrem Mann in dem Konvoi Nr. 42 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde sie im Alter von 73 Jahren ermordet. Nur drei Monate vor der Deportation hatten LINA und ALBERT  ABRAHAM in Ste. Radegonde gemeinsam mit Freunden und Familie ihre Goldene Hochzeit gefeiert.

  • Stolpersteinverlegung für LINA ABRAHAM im Oktober 2005.

Quellen:  5, 8, 12, 14, 33, 34

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