STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

 

LEO HERBORN

118 | Scheffelstraße 19, 79102 Freiburg | (A)

LEO HERBORN (auch Herbon) wurde am 1. September 1892 in Niederbachheim geboren. Er lebte als Kaufmann in Freiburg und besaß die Textilgroßhandlung HERBORN in der Scheffelstraße 19.

Im Dezember 1938 zwangen ihn die Nationalsozialisten, sein Geschäft zu schließen. Von da an musste die Familie von den Ersparnissen leben.

LEO HERBORN war verheiratet mit HANNCHEN HERBORN 116, GEB.STRAUSS. Gemeinsam hatten sie die Söhne HEINRICH (auch Heinz Oskar) 117 und MANFRED HERBORN 119.

Am 22. Oktober 1940 wurde er mit seiner ganzen Familie und mehr als 340 FreiburgerInnen mit jüdischer Religion verhaftet und in insgesamt 11 Zügen in das südfranzösische Camp Gurs deportiert.

 

Aus einem Brief eines anderen Internierten im Camp Gurs an den guten Bekannten, Siegfried Geismar (der mit einer Christin verheiratet war und daher erst im Februar 1945 deportiert wurde) geht hervor, dass LEO HERBORN sich um seine Wohnung in der Scheffelstraße 19 sorgte. Er bat ihn nachzusehen ob seine Wohnung schon wieder mit neuen Mietern besetzt war. Das war sie mit Sicherheit, ob er das aber erfahren hat? Das ist sehr zweifelhaft, denn der Briefkontakt der Gefangenen aus den Lagern in Frankreich und zwischen Nazi-Deutschland  war nur über die neutralen Länder Schweden und Schweiz möglich.

 

Nach fast zwei Jahren in diesem KZ-Lager Gurs, ständig gequält von Unsicherheit um die Zukunft, vom Tod bedroht, gepeinigt von Kälte, Winden, Durst und Hunger wurde  LEO HERBORN später in das KZ Drancy weiterdeportiert. Am 14. August 1942 wurden er, seine Frau und seine beiden Söhne mit dem Konvoi Nr. 19 in das KZ Auschwitz gebracht. LEO HERBORN wurde in Auschwitz Birkenau,  in einer der sechs Gaskammern,  im Alter von 50 Jahren ermordet.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für LEO HERBORN im Januar 2004.

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