STOLPERSTEINE IN FREIBURG

KARL BALZER

KARL BALZER wurde am 9. April 1885 in Freiburg geboren. Er war katholisch und von Beruf Arbeiter. Verheiratet war er mit Albertine Balzer, geborene Wagner. Zusammen lebten sie in der Lehener Straße 14, Haus 3.

In den Akten des Staatsarchivs Freiburg - den Sondergerichtsakten - fällt das Schicksal von Karl Balzer auf. Das Sondergericht verurteilte ihn unter der Geschäftsnummer So KLS 105/43 vom 7.Oktober 1943 A 47/1 Bd. 3 1660 wegen Diebstahls von einem Paar Schuhen aus einer Sammlung zu zwei Jahren Zuchthaus und Aberkennung der Ehrenrechte auf zwei Jahre. Die Tat wurde - so aus dem Urteil ersichtlich - am 11.Juni 1940 begangen. Der Angeklagte hatte die Kosten des Verfahrens zu tragen. Er habe ein Verbrechen gegen die "Volksschädlingsverordnung" begangen. "Der Strafbeginn hat am 30.9.1943 zu erfolgen, Strafablauf 29.7.1945, 24 Uhr."

In den Unterlagen zu dem Urteil steht folgendes:

Die Fahrtkosten zum Strafbeginn betragen RM 15,51 Pfennig.

22.10. ab Freiburg 13.28 Uhr

22.10. an Karlsruhe 17.31 Uhr

26.10. ab Karlsruhe 10.12 Uhr

26.10. an Bruchsal 11.03 Uhr

26.10. ab Bhf. Bruchsal 11.44 Uhr

26.10. Zuchthaus Bruchsal 12.30 Uhr mit dem Gefangenenwagen vom Bahnhof ins Zuchthaus.

Der Verurteilte ist als Gestrauchelter anzusehen, er ist vorbestraft.

Stückle, Rechtspfleger.

KARL BALZER ist durch das Sondergerichtsurteil, gegen das keine Revision gestattet war, zu einem schwerkriminellen Menschen gestempelt worden. KARL BALZER "starb" im Zuchthaus Bruchsal zwei Monate nach Strafantritt am 18. Dezember 1943 um 13.45 Uhr, 58 Jahre alt.

  • Stolpersteinverlegung für KARL BALZER im November 2004

  • ≡