STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

JAKOB REICHMANN

233 | Scheffelstraße 26, 79102 Freiburg (A)

 

JAKOB REICHMANN wurde am 6. Februar 1891 in Witznitz (auch Wiznitz) in Österreich geboren und war mindestens bis nach dem zweiten Weltkrieg österreichischer Staatsbürger. Er lebte seit 1913 mit wechselnden Adressen in Freiburg, zum Beispiel in der Belfortstraße 21, der Agnesenstraße 2 und der Wannerstraße 15.

Dann ging JAKOB REICHMANN nach Konstanz, kehrte aber wieder nach Freiburg zurück, jetzt in die Wannerstraße 15. Danach lebte er in der Moltkestraße 40, der Merianstraße 25, am Münsterplatz, in der Klarastraße 65, der Universitätsstraße 1, der Breisacherstraße 13 und schließlich in der Scheffelstraße 26. Bis 1932 führte der Kaufmann einen Textilhandel in der Universitätsstraße 1, danach arbeitete JAKOB REICHMANN kurz als Provisionsvertreter. In der Scheffelstraße 26 eröffnete er dann das Geschäft Herrenkonfektion Reichmann, das er bis zum 6. Februar 1934 führte.

 

Nachdem die Nationalsozialisten JAKOB REICHMANN gezwungen hatten, sein Geschäft aufzugeben, floh er mit seiner Frau LEONIE REICHMANN 234 und den vier Kindern David, Ruth, Erna und Margarete nach Holland. Da Holland sich im Ersten Weltkrieg neutral verhalten hatte, hofften viele jüdische Flüchtlinge, dass sie dort sicher wären. Das KZ Westerbork beispielsweise existierte jedoch schon, bevor die Deutschen Holland überfielen. Rund 700 jüdische aus Nazi-Deutschland geflohene Menschen waren dort bereits vor Kriegsbeginn interniert.

 

Nach ihrer Entdeckung und Verhaftung wurden LEONIE REICHMANN und JAKOB REICHMANN am 11. Februar 1942 ebenfalls in das holländische KZ Westerbork deportiert. Von dort wurde JAKOB REICHMANN am 19. Januar 1944 in das KZ Theresienstadt verschleppt. Weiter deportiert wurde JAKOB REICHMANN, zusammen mit 1499 anderen Gefangenen am 28. September 1944 mit dem Transport XXIV/2-572 Em 1221, der am 1. Oktober 1944 im KZ Auschwitz ankam.

 

Am 27. Januar 1945 wurde JAKOB REICHMANN im Alter von 54 Jahren im Konzentrationslager Auschwitz von den russischen Streitkräften befreit.

 

1950 war JAKOB REICHMANN, gemeinsam mit seinem Sohn David Reichmann, in Utrecht in den Niederlanden gemeldet. JAKOB REICHMANN starb am 2. November 1958 im Alter von 67 Jahren in Maastricht.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für JAKOB REICHMANN im Januar 2005.

 

 

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