STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

 

ISIDOR LOEWE

166 | Röderstraße 2, 79104 Freiburg | (A)

ISIDOR LOEWE wurde am 18. Juli 1892 (auch 18. Februar möglich) in Karlsruhe geboren. Seine Eltern sind Emma Loewe geb. Wolf und Jakob Loewe. Wie wir aus dem „Gedenkbuch der Karlruher Juden“ (Recherche Simon Ovadia 2007) erfuhren, besuchte ISIDOR LOEWE das Realgymnasium Karlsruhe bis zum Abitur. Danach studierte er Jura und konnte sich als Rechtsanwalt bis 1933 niederlassen. Danach durfte ISODOR LOEWE nur noch als sog.„Rechtskonsulent“ arbeiten, das bedeutete, dass er ausschließlich Menschen mit jüdischer Religion vertreten durfte. Dass er im ersten Weltkrieg als Freiwilliger gedient hatte und ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen worden war spielte für die Nazis hierbei keine Rolle. Seine Einkünfte wurden natürlich ab 1933 immer weniger und im Jahr 1937 verdiente er  lediglich 2000.-Reichsmark im Jahr.

 

Am 20.Oktober 1938 heiratete  ISIDOR LOEWE die Straßburgerin Lisbeth Lea Rothschild. Sie arbeitete als Sekretärin und Buchhalterin u.a. beim Oberrat der Israeliten. Das Paar zog  nach Karlsruhe.

 

Nach der Reichspogromnacht wurde ISIDOR LOEWE verhaftet und am 11. November 1938 in das KZ Dachau deportiert. Hier musste er mit der Gefangenen Nummer 21 654 bis zum 2.Dezember bleiben.

 

Weil ISIDOR LOEWE dann die Erlaubnis bekam nur in Freiburg und nicht in Karlsruhe als Rechtskonsulent zu arbeiten, zog er in Freiburg, ohne seine Frau, in die Röderstraße. Ab 1938 (oder Juli 1939)  war ISIDOR LOEWE in der Röderstraße 4  gemeldet, die heutige Hausnummer ist allerdings Röderstraße 2.  An den Wochenenden kehrte er nach Karlsruhe zurück.

 

Wohl schon lange vor der ersten Verhaftung von ISIDOR LOEWE hatte sich das Ehepaar intensiv um Auswanderung nach Nordamerika bemüht und hoffte -aufgrund ihrer unterschiedlichen Visa-Wartenummern- auf eine Flucht aus Nazi-Deutschland. Lisbeth Lea Loewe, ISIDOR LOEWEs Frau,  war es endlich gelungen am 22.Juni 1939 von Bremen aus mit dem Schiff „Columbus“ nach New York zu flüchten. Das Ehepaar LOEWE hatte beschlossen in jedem Fall  alle Möglichkeiten, auch die einer getrennten Flucht, wahrzunehmen.

 

Am 22. Oktober 1940 jedoch wurde ISIDOR LOEWE zusammen mit 6.500 anderen Menschen mit jüdischer Religion aus Baden und der Saar-Pfalz erneut verhaftet und in das Camp Gurs, in Vichy-Frankreich,  verschleppt. Dort musste er bis zum 15.März 1941 unter den schrecklichen Bedingungen eines Konzentrationslagers leben. Von Gurs wurde  ISIDOR LOEWE vom 17.März 1941  bis 1.August 1942 in dem Camp Les Milles als Gefangener behalten und hoffte immer noch auf Ausreisemöglichkeiten in die USA. Denn seine Frau und andere Verwandte taten alles um ihn aus den Lagern herauszuholen. Alle Bemühungen sind ohne Erfolg geblieben.

 

Am 11. oder 13. August 1942 wurde ISIDOR LOEWE über das KZ Drancy mit dem Konvoi Nr. 20 vom 17. August 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. In diesem Zug befanden sich auch mehr als 500 Kinder, die ausnahmslos sofort nach der Ankunft ermordet wurden. Aus diesem Zug mit fast 1.000 Menschen haben nur drei Personen das Kriegsende erlebt. ISIDOR LOEWE ist in Auschwitz im Alter von 50 Jahren in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet worden.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für ISIDOR LOEWE im Oktober 2003.

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