STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

 

ISAAK JUDAS

128 | Salzstraße 20, 79098 Freiburg | (A)

ISAAK JUDAS wurde am 14. Februar 1887 als Sohn einer alten Ihringer Familie geboren. Sein Vater, der 1916 in Ihringen starb, hieß Joseph Judas. Dieser war in zweiter Ehe mit BERTHA JUDAS GEB.HEILBRONN (auch Heilbronner) verheiratet.

 

Am 22.Oktober 1940, bei der großen Deportation der  Bürgerinnen und Bürger mit jüdischer Religion aus dem Südwesten Deutschlands, ist  BERTHA JUDAS in das KZ-Lager Gurs deportiert worden und schon zwei Monate später an den dort herrschenden grauenhaften Lebensbedingungen gestorben. ISAAK JUDAS hatte elf Geschwister. Sechs seiner Geschwister sind rechtzeitig vor den Nationalsozialisten in Deutschland in andere Länder geflüchtet und haben  dadurch überlebt. Die in Deutschland gebliebenen Geschwister sind wie ihr Bruder ISAAK JUDAS durch die Nazis ermordet worden.

 

Verheiratet war ISAAK JUDAS mit SELMA JUDAS GEB.STENGEL. Das Paar hatte zwei Töchter, Gisela Margareta Judas (*12.April 1921), genannt Gretel (auch Grethel) und Ingeborg Judas (*8.August 1925) verheiratete Froehlich.

 

Als Pferde- und Viehhändler lebte ISAAK JUDAS im zweiten Stock der Salzstraße 20 in Freiburg, dort war auch sein Geschäft. Das Ehepaar JUDAS muss geahnt haben, was ihnen bevorstand, denn die beiden taten alles, um ihre Töchter vor den deutschen Nazis zu retten. Es gelang ihnen Gretel und Inge Judas mit sogenannten Kindertransporten aus Deutschland in die USA  herauszubringen.  Gretel starb am 10.12.2009 und Inge am 4.5.2006 in New York.

 

Am 22. Oktober 1940, einem Abschlusstag  des Laubhüttenfestes, wurden ISAAK JUDAS, SELMA JUDAS und  BERTHA JUDAS in der Adolf-Hitler-Straße 85 (heute Habsburger Straße 85) verhaftet und nach Gurs deportiert. Diese Adresse war die Wohnung von  BERTHA JUDAS. ISAAK JUDAS war seit 1939 bis 1940 auch unter dieser Adresse gemeldet. Andere Quellen geben aber auch die Sandstraße 20 als Wohnort des Ehepaares an.

 

Die furchtbaren Lebensbedingungen in  diesem Lager Gurs, einem von mehr als 500 deutschen Lagern in Frankreich,  kamen vor allem von Hunger, Kälte, Ratten und Läusen und den absolut unhygienischen Verhältnissen. So versuchte ERICH JOSEPH FORST, ein Neffe von ISAAK JUDAS, mit Hilfe der Resistance neun seiner Familienangehörigen aus dem Lager zu befreien.  Zusammen mit sieben anderen Familienmitgliedern lebten sie gut sieben Monate versteckt auf einem Bauernhof. So berichtete es Kurt Judas, der als kleiner Junge unter den Geretteten war. Dann jedoch wurden sie entdeckt, oder verraten und verhaftet und zurück ins Lager gebracht.

 

Am 24. August 1942 wurde ISAAK JUDAS  aus Gurs in das KZ Drancy gebracht. Von dort aus ist er am 26. August 1942 mit dem Konvoi Nr. 24 weiter in das KZ Auschwitz deportiert worden. ISAAK JUDAS wurde dort im Alter von 55 Jahren in den Gaskammern vom KZ Auschwitz-Birkenau ermordet.

 

Unter anderen STOLPERSTEINEN wurde auch sein Stein finanziert von seiner angeheirateten Nichte Inge Kaufmann. Ihr Mann, Hans Judas, der sich Hans Kaufmann nannte, war aus Deutschland in die Schweiz geflüchtet, hat dort in Arbeitslagern schwere Arbeit leisten müssen, aber den Nazi-Terror überlebt.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für ISAAK JUDAS im Juli 2003.

 

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