STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

IRMA NEUMANN

217 | Marienstraße 6, 79098 Freiburg (A)

IRMA NEUMANN wurde als Irma Ullmann am 16. Oktober (oder 17. Oktober) 1880 in Lahr (auch Reinheim bei Darmstadt möglich) geboren. Von 1933 bis 1940 lebte sie in der Marienstraße 6 im ersten Stock. Sie war verheiratet mit Friedrich Neumann, der jedoch schon am 1. Januar 1914 starb. Sie hatten zwei Kinder, die Tochter Milly (*2 7. Januar 1908) und den Sohn Kurt (* 16. März 1911).

 

Milly Neumann war verheiratet mit Dr. Hans Wagner (*25. Mai 1897). Hans Wagner, Milly Wagner und ihr gemeinsamer Sohn Heinz Günter versuchten, sich am 2. Februar 1934 das Leben zu nehmen. Es starb aber nur Heinz Günter Wagner. Ein Jahr später versuchte es das Paar erneut und ging am 18. März 1935 in den Tod. Die Mutter von Milly Wagner, IRMA NEUMANN, wurde am 22. Oktober 1940 verhaftet und über den Güterbahnhof Freiburg in das südfranzösiche Camp/KZ Gurs deportiert. Unter den furchtbaren Lagerbedingungen musste sie täglich um ihr Überleben kämpfen, wie alle Gefangenen dieses Lagers. Die damals 13jährige Laure Schindler-Levine schrieb in ihren Erinnerungen :

 

„Und dann war da der Hunger, der ständige Hunger. der sich zu einem wahren Wahn entwickelte. Zwei Mal am Tag hatten wir Anspruch auf eine Suppe, auf der Steckrübenstückchen schwammen. Am Morgen bekamen wir eine Flüssigkeit, die sie Kaffee nannten, sowie unsere Ration Brot, die ausgereicht hätte, noch einen oder zwei Tage zu überleben, wenn da nicht die Ratten gewesen wären, die sich darum „gekümmert“ haben, uns das Brot wegzufressen, vor allem während der Nacht" (Quelle 51, S. 94f.).

 

Von Gurs aus wurde IRMA NEUMANN  vermutlich im August 1942 in das KZ Drancy deportiert und von dort aus in das KZ Auschwitz. Ihr Name ist weder in den sog.Klarsfeldlisten, der Neumeier-Liste oder den Totenlisten von Gurs oder den Nebenlagern zu finden. Dennoch ist es am wahrscheinlichsten dass  IRMA NEUMANN in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau , 62 Jahre alt, ermordet wurde.

 

 

Stolpersteinverlegung für IRMA NEUMANN im Januar 2004.

 

Quellen 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 10, 12, 51

 

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