STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

IGNAZ REICHMANN

232 | Nußmannstraße 3, 79098 Freiburg (A)

 

IGNAZ (auch Ignatz, Isaak) REICHMANN wurde am 4. Oktober 1882 in Witznitz (Österreich) geboren. Er war Kaufmann für Textilien und Schuhe und betrieb in der Nußmannstraße 3 in Freiburg das „Herrenkonfektionsgeschäft mit Schuhwaren Reichmann“. Sein Bruder JAKOB REICHMANN wohnte mit seiner Familie in Freiburg in der Scheffelstraße 26. 1933 war die Familie von IGNAZ REICHMANN auch in der Nußmannstraße 3 gemeldet, die Einwohnerbücher verzeichnen auch die Kaiser-Josef-Straße 149, dritter Stock, als weitere Adresse. Ab 1940 war er vermutlich mit seiner Frau bei Jakob Guggenheim in dessen Wohnung gemeldet.

 

IGNAZ REICHMANN war verheiratet mit MARIE REICHMANN GEB.SPERBER. Gemeinsam hatten sie vier Töchter: Gertrude, HANNA REICHMANN, Saly Erna und Gella Mina. Am 11. November 1938 wurde er in Folge der Reichspogromnacht verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Bei seiner Verhaftung, so verzeichnen die Akten, hatte er 23,15 Reichsmark bei sich. Seine Gefangenennummer in Dachau war 22280. Um das KZ wieder verlassen zu können, musste er -wie alle verhafteten Juden- sein Vermögen abgeben und sein Geschäft verkaufen, das schon seit 1933 verpachtet war. 1939 floh er mit seiner Frau und der jüngsten Tochter Hanna nach Belgien. Bei der Besetzung Belgiens durch die Nazis wurde er gefasst, verhaftet und am 10. Oktober 1942 in das KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde er im Alter von 60 Jahren in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau  ermordet.

 

 

Stolpersteinverlegung für IGNAZ REICHMANN im Juli 2004.

 

Quellen:  1, 2, 6, 7, 8, 10, 12, 17, 54

 

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