STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

IDA HEILBRUNNER

112 | Egonstraße 48, 79098 Freiburg | (A)

TELLY GUGGENHEIM, geborene LICHTENBERGER, wurde am 6. März 1889 vermutlich in Bretten geboren. Sie war die Tochter von MORITZ LICHTENBERGER und HELENE LICHTENBERGER. Sie heiratete Julius Guggenheim. Ihr eigentlicher Wohnort war Tiengen bei Freiburg. Da Ehefrauen oft neben dem Namen ihres Mannes in den Einwohnerbüchern nicht gesondert erwähnt wurden, wissen wir nicht, wann Telly Guggenheim in die Erbprinzenstraße 1 in Freiburg gezogen ist. Sie wohnte dort zusammen mit ihrer Mutter.

 

Erstmals findet sich ihr Name wieder auf der Deportationsliste nach Gurs (Quelle 3). Zusammen mit ihrer Mutter kam sie in dieses furchtbare Lager. Laure Schindler-Levine, 13jährig wurde sie nach Gurs deportiert,  (Quelle 51, S. 94) schreibt über ihren ersten Eindruck von Gurs: »Es ist mir unmöglich, diese Hölle zu beschreiben. [ ... ] Ich war völlig ausgelaugt, vor Müdigkeit, vor Schrecken und Entsetzen. [ ... ] Eigentlich waren die Lebensbedingungen unbeschreiblich. Eines der größten Übel war der Schlamm, in dem man ständig versank. [ ... ] Und dann war da der Hunger, der ständige Hunger, der sich zu einem wahren Wahn entwickelte.« Hier mußte TELLY GUGGENHEIM bis zu ihrer weiteren Deportation in das KZ Drancy leben. Sie wurde von Drancy am 10. August 1942 mit dem Konvoi Nr. 17 mit 1005 anderen Opfern in Güterwaggons in das KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde sie vermutlich mit 765 anderen Menschen sofort nach der Ankunft im Alter von 53 Jahren in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. In der Vormeierliste (Quelle 35) und der Klarsfeldliste (Quelle 5) steht: »Guggenheim, Zilly, geb. 6.3.1889 in Breschen« [gemeint ist Bretten]. Wir sind sicher, dass mit dieser Person TELLY GUGGENHEIM gemeint war.

 

 

Stolpersteinverlegung für TELLY GUGGENHEIM im Juli 2003.

 

Quellen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12, 35

 

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