STOLPERSTEINE IN FREIBURG

HEDWIG BURGER

HEDWIG BURGER wurde am 23.April 1887 (auch 1881 möglich) geboren. Sie lebte in Freiburg in verschiedenen Wohnungen. Von 1933 bis 1935 war sie in der Turnseestraße 9 gemeldet. 1936 wohnte sie in der Schützenallee 39. 1937 war sie nirgendwo innerhalb der Stadt Freiburg gemeldet, ab 1938 dann in der Schillerstraße 44. 1939 lebte sie in der Hildastraße 32 und der Colombistraße 11. Dort  wurde HEDWIG BURGER  am 22.Oktober 1940, einem Tag des jüdischen Laubhüttenfestes, verhaftet.

HEDWIG BURGER wurde, zusammen mit mehr als 350 anderen Gefangenen vom Freiburger Güterbahnhof in das Internierungslager Camp de Gurs deportiert. Über die vielen Internierungslager im unbesetzten Teil Frankreichs, dem sog.Vichy-Frankreich, steht in der "Vormeier-Liste" folgendes : "Die Einrichtungen der Lager ... waren mehr als unzureichend, zum Teil in einem katastrophalen Zustand, so dass die Unterbringung der neu zu Internierenden sich teilweise unter den menschenunwürdigsten Bedingungen vollzog. …  Nach bisher vorliegenden Meldungen (so steht es im Polizeibericht aus Karlsruhe vom 30.10.1940, S.13) sind die aus 12 plombierten Eisenbahnzügen bestehenden Transporte nach mehrtägiger Fahrt in südfranzösischen Konzentrationslägern am Fuss der Pyrenäen eingetroffen. Da es dort an Lebensmitteln und an geeigneter Unterbringungs-Möglichkeit für die hauptsächlich aus alten Männern und Frauen Verschickten fehlt, ist, soweit hier bekannt, von der französischen Regierung die Weiterleitung der Deportierten nach Madagaskar unmittelbar nach Oeffnung der Seewege in Aussicht genommen."

Durch die grauenhaften Lagerbedingungen, sowie Hunger, Durst und die miserablen hygienischen Verhältnisse sowie mangelnde medizinische Versorgung wurde HEDWIG BURGER schon  am 9.Dezember desselben Jahres im Alter von 53 Jahren in Gurs ermordet. Sie wurde, wie auch die weiteren 1.100 Toten des ersten Winters, auf dem dazugehörigen Lagerfriedhof beerdigt.

  • STOLPERSTEIN-Verlegung für HEDWIG BURGER im Januar 2003

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