STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

HANNCHEN HERBORN

116 | Scheffelstraße 19, 79102 Freiburg | (A)

HANNCHEN HERBORN (auch Herbon) wurde am 11. November 1890 in Markelsheim (auch Markolsheim) geboren. Ihr Mädchenname war STRAUSS. Sie war verheiratet mit dem Kaufmann der Textilgroßhandlung LEO HERBORN 118. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne, Heinrich (auch Heinz Oskar) 117 und Manfred 119.

 

Von 1933 an waren sie in der Scheffelstraße 19 gemeldet. In den Morgenstunden des  22. Oktober 1940 wurde die ganze Familie, zusammen mit 348 anderen FreiburgerInnen mit jüdischer Religion, verhaftet und in das Camp Gurs deportiert. Dieses Lager/KZ befand sich im Südwesten Frankreichs im damals noch „freien“ Teil des Landes.

 

In diesem Lager (und den vielen Nebenlagern) gab es verschiedene, aber wenige, Möglichkeiten Menschen fast jeder Altersgruppe zu retten. HANNCHEN HERBORN war für die Rettung als  „Alte“ zu jung, da sie nicht über 60 Jahre alt war. Aber für ihre Söhne MANFRED und HEINRICH HERBORN gab es auch keine Rettung aus dem Lager zu entkommen, da sie bereits 17 Jahre alt waren. Nur Kinder und Jugendliche bis zu 16 Jahren konnten von jüdischen und Schweizer Organisationen mit Wissen und Duldung der Vichy-Regierung unter gewissen Umständen aus dem Lager befreit werden. Diese Kinder lebten dann in Frankreich privat oder in Kinderheimen, bis ihre Flucht ins Ausland organisiert war oder das Ende des Nazi-Terrors kam.

 

Nach fast zwei qualvollen Jahren in dem Lager Gurs deportierten die Nazis HANNCHEN HERBORN (und  ihre Familie) in das KZ Drancy und von dort aus weiter mit dem Konvoi Nr. 19 vom 14. August 1942 in das KZ Auschwitz. HANNCHEN HERBORN wurde in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau im Alter von 51 Jahren ermordet. Dieses Schicksal mussten auch ihr Mann LEO HERBORN und ihren beiden Söhne MANFRED und HEINRICH HERBORN erleiden.

 

Außer den Namen in den alten Adreßbüchern von Freiburg und den  STOLPERSTEINEN gibt es nichts was  hier an die Familie HERBORN erinnert, denn es gibt keinerlei Restitutionsakten, weil vermutlich auch alle Familienangehörigen den Nazi-Terror nicht überleben konnten.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für HANNCHEN HERBORN im Januar 2004.

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