STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

EVA LAUBHARDT (Schwester Placida)

138 | (Kloster St. Lioba) Riedbergstraße 1, 79100 Freiburg | (A, B & C)

EVA LAUBHARDT (später Schwester Placida) wurde am 16. Mai 1904 in Berlin-Zehlendorf geboren, wo ihre Eltern wohnten. Ihre Eltern Ernst und Margarethe Laubhardt, geborene Dammer, stammten aus Breslau, der Vater hatte den jüdischen Glauben. Nach seinem Tod ging die Mutter 1918 mit den vier Kindern nach Breslau zurück. EVA LAUBHARDT machte dort 1921 ihren Schulabschluss. Sie besuchte die soziale Frauenschule und betrieb parallel theologische Studien an der Universität. Am 24. Dezember 1920 konvertierte sie zum katholischen Glauben, am 11. September 1925 bekam sie den Ordensnamen „Schwester Placida“. Am 1. Mai 1935 legte sie die Ewige Profeß ab.

 

Von 1926 bis 1938 arbeitete sie als Seelsorgehelferin und Jugendfürsorgerin beim Caritasverband in Freiburg. Dort lernte sie DR.GERTRUD LUCKNER kennen. Auch mit  DR. EDITH  STEIN war sie schon lange sehr gut befreundet. Sie wurde von der Gestapo beobachtet, weil sie gemeinsam mit GERTRUD LUCKNER im Bereich der Hilfe für Menschen mit jüdischer Religion und andere Verfolgte des Nazi-Terrors arbeitete. Von 1938 bis 1940 ging sie für zwei Jahre nach Belgien, danach lebte sie wieder im Mutterhaus in Freiburg.

 

Am 5. April 1943 wurde Schwester Placida, EVA LAUBHARDT, im Zusammenhang mit der Verhaftung DR.GERTRUD LUCKNERs ebenfalls festgenommen, weil sie zusammen im Widerstand gearbeitet hatten. In dem Notizbuch, das GERTRUD LUCKNER bei sich führte, war der Name von EVA LAUBHARDT gefunden worden. Sie saß in Gefängnissen in Freiburg, Duisburg und Düsseldorf in Haft, bevor sie am 31. Juli 1943 in das KZ Ravensbrück deportiert wurde.

 

Nach ihrer Rückkehr und den Erfahrungen im KZ und nach dem Todesmarsch sagte EVA LAUBHARDT : „Am Anfang haben die Heimgekehrten nicht sprechen können, später hat niemand mehr gefragt.“ Die Summe ihrer erlebten Grausamkeiten im KZ fasste sie zusammen: „Ich habe alles durch Menschen mögliche erlebt.“ (Quelle 56). Zwei Jahre vor ihrem Tod übergab sie Priorin Dr. Eoliba Greinemann eine Abschrift der sechs Briefe, die sie von August bis November 1946 an ihre Schwester Ilse geschrieben hatte. Hierin hatte sie berichtet über die Zeit vor ihrer Verhaftung, über die Verhaftung und die zwei Jahre im Konzentrationslager Ravensbrück. EVA LAUBHARDT- Schwester Placida hat über die Zeit im KZ fast nie gesprochen. Sie starb am 4. Januar 1998 im Alter von 93 Jahren in Freiburg.

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für  EVA LAUBHARDT (Schwester Placida) im Juli 2004.

 

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