STOLPERSTEINE IN FREIBURG

 

 

DR.EUGEN MOSES KAUFMANN

134 | Schwaighofstraße 6, 79100 Freiburg | (A)

DR.EUGEN MOSES KAUFMANN wurde am 27. Oktober 1867 in Mann¬heim geboren. Seine Eltern hießen Nathan Kaufmann, geboren am 1. Februar 1820, und Cläre Kaufmann. Sie kam am 1. August 1832 als Cläre Süßblut oder Süßbier zur Welt. EUGEN MOSES KAUFMANN war verheiratet mit Marie, geborene Wolf, die am 20. Januar 1877 geboren wurde und am 1. März 1922 starb. 1898 wurde EUGEN MOSES KAUFMANNs Beruf mit Kaufmann angegeben, wahrscheinlich bei einer Bank oder Sparkasse. Später wird der Dr. phil. als Privatgelehrter und Direktor geführt. Von 1914 bis 1925 lebte er in Berlin.

 

Ab 1930 ist er in Freiburg gemeldet, zuerst in einer Pension in der Goethestraße 73. 1931 und 1932 wohnte er in der Lugostraße 15. Ab 1932 bis zu seiner Verhaftung und Deportation ist er in der „Pension Maximilian“ in der Schwaighofstraße 6 gemeldet. Der Sohn des damaligen Pensionsbesitzers erinnerte sich an den „feinen Herrn Dr. Kaufmann“. Von der Schwaighofstraße aus wurde er am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert und floh am 1. November, kaum 10 Tage später des gleichen Jahres dort in den Tod. Lili Reckendorf schreibt über DR.KAUFMANN in Alemannisches Judentum:

 

„Ich saß auf Frau P.s Koffer, mit dem Rücken nach hinten und sah nichts. Da hörte ich aus dem Gespräch, dass wir in einem Lager angekommen seien. Wir fuhren aber immer noch weiter. Da frug ich, was zu sehen sei. Herr Dr. Kaufmann, ein sehr ästhetischer 72jähriger, ließ einen furchtbaren Seufzer und sagte: „Schrecklich, alles graue Hütten!“ Das ist meine letzte Erinnerung an ihn, ein furchtbares Elend sprach aus der Stimme. Acht Tage nachher hat er sich mit Mitteln das Leben genommen. Er hat den Dreck und den Lärm, das Gewoge und - als Blasenleidender - die furchtbaren Latrinenverhältnisse nicht ertragen. Ich stand später manchmal an seinem lieblosen Grab.“ (Quelle 36, S. 278).

 

 

STOLPERSTEIN-Verlegung für DR.EUGEN MOSESA KAUFMANN im Januar 2004.

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