STOLPERSTEINE IN FREIBURG

ALFRED WILHELM REINHOLD ALGNER

ALFRED WILHELM REINHOLD ALGNER wurde am 23. Juni 1908 geboren. Er wuchs in einer großen Familie auf, das Familienhaus befand sich in Lehen in der Dorfstraße 14, wo Algners zur Miete lebten. ALFRED ALGNER war nicht verheiratet und arbeitete bei der Firma Rhodiaceta. Im Oktober 1936 besuchte er mit anderen Freiburgern den damals von nationalsozialistischen Behörden als illegal eingestuften Wachturm-Kongreß der Bibelforscher in Luzern. Er wurde mit Haftbefehl vom 16. Oktober 1936 erst in Freiburg in Untersuchungshaft genommen und dann nach Mannheim ins Gefängnis gebracht. Das Sondergericht Mannheim verurteilte ALFRED WILHELM REINHOLD ALGNER, zusammen mit anderen Freiburger Zeugen Jehovas, wegen Vergehens nach Paragraph 4 der »Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat« vom 28. Februar 1933 zu einer fünfmonatigen Gefängnisstrafe.

Nach Abbüßung der Gefängnisstrafe, ab September 1937, wurde ALFRED WILHELM REINHOLD  ALGNER in verschiedene Konzentrationslager deportiert: KZ Kislau, KZ Dachau und schließlich im September 1939 in das besonders unmenschliche KZ Mauthausen in Oberösterreich. Hier wurde er im März oder April 1940 ermordet. Im Jahrbuch der Zeugen Jehovas von 1974 steht über das KZ Mauthausen: »Der Lagerführer Ziereis sagte immer, er wolle nur Totenscheine sehen. Tatsächlich wurden innerhalb von sechs Jahren in den beiden modernen Krematorien [ ... ] 210.000 Männer verbrannt [ ... ]«. Im April 1933 gab es im Deutschen Reich 25.000 Zeugen Jehovas. Von ihnen wurden fast 3.000 in der Zeit der NS-Diktatur ermordet. Insgesamt wurden 10.000 deutsche Zeugen Jehovas inhaftiert und somit Opfer der NS-Diktatur.

  • Stolpersteinverlegung für ALFRED WILHELM ALGNER im Juli 2004

Quellen: 13, 14, 15, 39

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