STOLPERSTEINE IN FREIBURG

ADOLF BESAG

ADOLF BESAG wurde am 7. Februar 1873 in Bühl/Baden geboren. Zusammen mit seiner Frau PAULINE BESAG GEB.MAIER 14 und der gemeinsamen Tochter Luise (*27. April 1905) lebte er in Freiburg. Er war von Beruf Versicherungsbeamter und war bei der Allianz-Versicherung in der Schadensregulierung tätig. Im ersten Weltkrieg war er vier Jahre Soldat. Von 1933 bis 1936 hatte das Paar eine Wohnung in Vierlinden 1, erster Stock. Danach lebten sie von 1937 bis 1941 in Freiburg-Wiehre in der Zasiusstraße 84. Danach mussten sie in die Erbprinzenstraße 8, zu ROSA SINAUER und ihrer Tochter DR. ERIKA SINAUER umziehen, weil Juden nicht mehr in eigenen Wohnungen leben durften.

Alle Versuche des Ehepaars BESAG, doch noch eine Ausreisemöglichkeit in die USA zu bekommen, scheiterten. Allein ihrer Tochter mit Mann und Sohn gelang 1938 die Flucht. In der Erbprinzenstraße erhielten ADOLF BESAG und seine Frau am 16. August 1942 die Aufforderung per Einschreiben sich zu einem "Abwanderungstransport ... am 21. August 1942 in Ihrer Wohnung  abreisebereit zu halten...". Diese Information und die weiteren zu dem Ehepaar BESAG sind auf die Recherche von Peter Künzel, Historiker in Freiburg und ehrenamtlich mitarbeitend bei den Freiburger STOLPERSTEINEN, zurückzuführen. Weitere 29 FreiburgerInnen mit jüdischer Religion erhielten den gleichen Brief.

Unmittelbar nach Erhalt dieses Schreibens wurde das Ehepaar BESAG mit dem Transport XIII/1 über Stuttgart zum Bahnhof Bauschowitz deportiert. Dieses war der Haltebahnhof zum KZ Theresienstadt, allerdings fast 3 km entfernt liegend. Diesen Weg mussten die erschöpften Gefangenen zu Fuß zurücklegen. Weil ADOLF BESAG eine Arbeit im KZ Theresienstadt bekam, konnte er das grauenhafte KZ überleben. Er war dort für die Desinfektion neu ankommender Menschen und ihres Gepäcks verantwortlich.

Nach der Befreiung vom Nazi-Terror durch die Alliierten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs musste ADOLF BESAG noch bis zum 24.Juni 1945 auf seine persönliche Befreiung warten. Durch die Typhus-Epedemie im KZ Theresienstadt war das Lager bis zu diesem Zeitpunkt unter Quarantäne gestanden. Niemand durfte das Lager verlassen. ADOLF BESAG kehrte - ohne seine  schon nach zwei Monaten im KZ Theresienstadt ermordete Frau PAULINE BESAG - nach Freiburg zurück.

ADOLF BESAG starb am 16.April 1952 im Alter von 69 Jahren in Freiburg.

  • STOLPERSTEIN-Verlegung  für ADOLF BESAG im Oktober 2005

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